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Kusshaltestelle
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  • Installation
  • Holz, Dispersion, Acryllackfarbe, selbstklebende Folie, Leder,
    Leuchtstoffröhren, DVD mit Ton
  • 2007
  • Kurt - Kurt, Projekte für den öffentlichen Raum (im Geburtshaus von Kurt Tucholsky) Berlin - Moabit (D) in Zusammenarbeit mit Reto Leibundgut, 2007
  • Ausgehend von der Tatsache, dass Moabit eine Insel ist - umgeben von der Spree und den Verbindungskanälen - soll dieser Stadtteil in seiner Eigenschaft als "Schatzinsel“ beleuchtet werden. Mit der Intervention «Kusshaltestelle» wird als „Schatz“ die Liebe thematisiert - die Steigerung des Liebesglücks, das Zulassen von Nähe, die Durchdringung von Privatsphäre undöffentlichem Raum. Der Akt des Küssens in der Öffentlichkeit erfordert einen semi- privaten Raum, in welchem das Liebespaar ungestört und von fremden Blicken geschützt ihrer Leidenschaft nachgehen kann. 7 verspielt gestaltete Kusshaltestellen können entweder bei Vorbeigehen zufällig entdeckt oder in der Kurt-Kurt Projektzentrale mittels Lageplan ausfindig gemacht werden. Die skulpturalen Haltestellen erinnern an Architekturfragmente eines Lustgartens. Sie sind sorgfältig gearbeitet, jedoch aus einfachen Materialien gebaut. Die Wände und Flächen werden ornamental mit Laubsägearbeit verziert. Diese reich geschmückten Flächen ermöglichen eine luftige Durchsicht und dienen gleichzeitig als Sichtschutz und Versteck. Die einzelnen Formen entwickeln sich in der Auseinandersetzung mit den Besonderheiten der ausgewählten Orte. Ergänzend werden aus dem literarischen Werk Kurt Tucholskys kontrastierende oder stimmige Textfragmente in das Holz geschnitzt. Sie dienen dazu, den Ort geistig aufzuladen – stellvertretend für die eingeritzten Namen und Liebesbekundungen an Baumstämmen, Parkbänken etc., die ein dauerhaftes Zeugnis der Liebe hinterlassen. Als grafisch verbindendes Element ist jede Kusshaltestelle mit dem Projektlogo gekennzeichnet.
    Allen Orten gemeinsam ist die sinnliche Aufladung, die humorvolle, unerwartete Präsenz & die sorgfältige Inszenierung im Raum. In der Kurt-Kurt Projektzentrale ist die erste Kusshaltestelle installiert. Von hier geht einerseits die Kussreise hinaus in den öffentlichen Raum von Moabit und andererseits in die Filmgeschichte. Ein Video über das Küssen lotet verschiedene Bedeutungsebenen des Kusses aus und vergleicht die verschiedenen Kusstypologien «osculum», «basium» und «suavium»:ritualisierte Küsse wie der politische Kuss oder der Judas-Kuss; Küsse der Liebe, Zuneigung und Freundschaft und schliesslich der erotisch-sinnliche Liebeskuss. Ausgewählte Sequenzen aus bestehenden Spiel- und Dokumentarfilmen werden in einen neuen non-linearen Zusammenhang gestellt.