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In the Country of Last Things (1999/2001)
  • Martin Möll

  • In the Country of Last Things (1999/2001), 2001
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  • Fotografie
  • 165.00 x 110.00
  • Piezzodruck auf Stamoidblache
  • 2001
  • musées.03: "Spuren-Traces", mit Christian Helmle und Christian Schwager, PhotoforumPasquArt, Biel, 20.08-21.09.2003
    Weihnachtsausstellung Photoforum Pasqu'art, Biel, 01.12.2001-06.01.2002
  • „Bit by bit the city robs you of certainty. There can never be any fixed path, and you can survive only if nothing is necessary to you. Without warning, you must be able to change, to drop what you are doing, to reverse. In the end, there is nothing that is not the case. As consequence, you must learn how to read the signs.” (Paul Auster, In the Country of Last Things)

    Zeichen lesen in der Unmittelbarkeit der Fotografie, steht am Anfang des Projektes von Martin Möll. Mit der Bewegungsfreiheit eines Generalabonnements hat er die Schweiz durchreist, um in den ausfransenden Vorstadtlandschaften spezifische Situationen zu finden: Der Wäscheständer, hinter dem geparkten PW, vor den sich öffnenden Feldern, vor der Scheune im Hintergrund ist eigentlich zutiefst vertraut. Vielleicht ist es wirklich nur der Stuhl, der die Szene für einen unkontrollierten Augenblick ins Surreale kippen lässt, als könnten die Drähte des Ständers auch ferne Signale empfangen. Zu real das Ganze, wie jenes erotisierend überperlte, von nassen Haarsträhnen durchzogene Frauengesicht, das sich im Close-Up und in der Übergrösse einer Werbefläche abhebt vom Unumraum eines Ortsrandes, an einer Bushaltestelle irgendwo: Buchs.

    Die Fotografie setzt den Moment absolut und gibt ihm eine fast unerträglich lange Dauer: eine Überpräsenz, die sich einbrennt. Eigenartiger umso mehr, dass sich genau in der höchsten Statik die Gewissheiten auflösen: „Bit by bit the city robs you of certainty...“ Martin Mölls fotografische Serie umfasst sieben Einzelbilder – sieben Möglichkeiten zur Abweichung von einem feststehenden Bild. Was bleibt: Zeichen zu lesen in seinen Aufnahmen.

    Text: Hans Rudolf Reust