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Resultate:  1

"Werkset #1" Objekt #4
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  • Skulptur Objekt Performance
  • Buchensperrholz verschraubt, Bitumen
  • 2007
  • Kunsthaus Baselland
  • Nino Baumgartner interagiert in seinen Arbeiten mit dem vorgefundenen Raum. Die gespannten Holzlinien biegen und beugen sich, scheinen den bestehenden Ort verändern zu wollen: Der Boden wird heruntergedrückt, Pfeiler werden verschoben, die Decke hebt sich. Einige Formen wirken bedrohlich, denn die Spannung könnte sich in Aktion auflösen. Man fürchtet die Verselbständigung der Linien. Vorläufig widersetzen sich die architektonischen Elemente erfolgreich.

    Nichts scheint statisch. Die dreidimensionalen Gebilde sind Resultate einer Aktion. Der Künstler benutzt seine Objekte auch in Performances. Sie werden Partner, sie agieren und reagieren. Auch die Zeichnungen sind Resultate einer mehr oder weniger intensiven Bewegung. Dickes und dünnes Papier wird zusammengeknüllt. Anschliessend spritzt Baumgartner die Tinten mit unterschiedlicher Stärke in den Papierknäuel. Dieser wird sorgfältig gedreht und gewendet oder kräftig herumgewirbelt. Beim „Entfalten“ des Papiers entsteht je nach Papierdicke eine ausgeprägte oder flache Topografie. Die Tintenrinnsale suchen ihren Weg in den Tiefen der Rinnen wie ein Fluss in der Landschaft. Der Künstler verbindet Rinnsale, es entstehen Seen, oder er verzichtet gänzlich auf eine Nachbearbeitung. Der Künstler variiert das Vorgehen, in dem er die Blätter zusammenknotet, diese dann aufhängt, und die Tinte durch das Papier nach unten sickern lässt.

    Die Resultate sind im wörtlichen Sinne spannende Gebilde. Sie speichern die vorgängig angewendete Energie. Nicht genug kann in Baumgartners Schaffen die Bedeutung des Arbeitsprozesses hervorgehoben werden. Und doch geht es dem Künstler immer auch darum, interessante Formen zu schaffen. Nicht nur die enge Beziehung zum Raum und zur Aktion steht im Zentrum, sondern auch die unabhängige Form als eigenständiges Kunstwerk.

    Fabienne Eggelhöfer, 2008
    Formsachen #5