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I love you Teil IV (49-58)
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  • Fotografie
  • 20.00 x 24.00
  • Normalausgabe: Fotografien, Mit einem Text von Reto Sorg, d/e 96 Seiten, 56 Abbildungen farbig, Schutzumschlag, gebunden, Atelier Verlag, Bern, ISBN 3-907430-04-2. Vorzugsausgabe: signiert und nummeriert, mit einem Originalprint 21 x 29 cm, limitiert auf 50 Exemplare
  • 2004
  • Kabinett Bern, Buchvernissage Januar 2005
  • "Martin Wieslis Fotografien sind wunderbare Bilder einer
    heillosen Welt. Streng komponiert, verbindet ihre nüchterne
    Schönheit die Zivilisation mit der Natur. Mit maximaler
    Tiefenschärfe treibt das Objektiv dem Leben die Willkür aus.
    Durch die Perfektion der Darstellung hindurch scheint Ver-
    lorenheit: Wenn die Gewissheiten fehlen, vergöttert die Kunst
    die Oberfläche. Deren Makellosigkeit ist die geheime Obsession
    unserer Zeit. Wir spiegeln uns in ihrem scharfen Glanz.

    Wieslis Bilder sind homogen. Es gibt in ihnen keine privilegierten
    Punkte, keine kenntlichen Orte. Selbst Manhattan verwandelt
    sich in eine Atopie. Ursprünglich galt Fotografie als Stillstellung
    der Zeit, die in der Betrachtung als Emotion (Bewegung) auf-
    ersteht. Wieslis Bilder indes rühren nicht, es sind Feststellungen
    des Nicht-Feststellbaren, sie haben nichts Dokumentarisches
    an sich. Orte, Dinge und Menschen funktionieren nicht als
    Abbildungen, sondern erscheinen als betörende Machwerke -
    entrückte Produkte von Technologie. Sie existieren, ohne jeden
    Zweifel, aber sind sie wirklich?

    Raum und Zeit verlieren durch die lange Belichtungsdauer ihre
    klare Kontur: Irritation und Desorientierung als Konzept,
    Manipulation und serielles Dasein als Bedingung der Möglich-
    keit. Ist das der Mythos von der Liebe? Hier verwandelt sie
    nicht mehr, sondern wird selber verwandelt, von der suggestiven
    Macht der Objekte , die sie begehrt. Und dreimal kräht der
    Hahn aus allen Dingen: «I love you».

    Die Traurigkeit von Wieslis Magie ist tief, sie kommt ohne
    jedes Pathos aus. Diesen Bildern eignet nichts Abschliessendes,
    bei aller Entschiedenheit, die sie zur Schau stellen, ist ihnen
    der Gestus des Endgültigen fremd. Als wüssten sie in stoischer
    Ruhe um den Fortbestand einer Welt, die ohne Zukunft aus-
    kommt, und um das erlösende Glück, vom nächsten Bild
    überblendet zu werden.

    Reto Sorg
    "