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„Pop Schweiz – klassische Schweizerprodukte“ 2000-2001, (©2010, ProLitteris, Zürich)
  • Judith Rutishauser

  • „Pop Schweiz – klassische Schweizerprodukte“ 2000-2001, (©2010, ProLitteris, Zürich), 2001
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  • Malerei
  • Werkgruppe (Öl auf Baumwolle)
  • 2001
  • 2000/2001 „Pop Schweiz – klassische Schweizerprodukte“
    Werkgruppe (34 Gemälde, zwei Varianten)
    Eine Arbeit zum Thema Zeit, Kindheit und Identität. (Das Auswahljahr war das Jahr 2000)

    „Pop Schweiz – klassische Schweizerprodukte“ 2000 / 2001, Gemälde, 34 Werkserien
    Die Werke und die Auswahl sind gezielt im Jahr 2000 entstanden. Es hat mich als Ausgangslage interessiert, die Frage nach Identität im Zusammenhang mit der Diskussion um den „Schweizer Film“ visuell in ein anderes Medium zu übertragen.
    Weitere Aspekte waren für mich, nebst dem Seriellen, Produktiven, Repetitiven und dem Zitathaften damals bedeutsam: Wichtiges Thema war die Zeit und die Veränderungen der Lebenszusammenhänge sowie damit in Beziehung stehend die Ästhetik unseres Alltags sowie Vergänglichkeit.
    Die Farben haben mich in diesem Zusammenhang als Teil von Geschichte und langen Prozessen besonders beschäftigt, ebenso die entstehenden Rhythmen, dank der repetitiven Bildelemente und deren Zusammenspiel – wie sprachliche Elemente, oder angehaltene Ausschnitte von Filmstreifen.
    Das Verhältnis zur Zukunft mit deren Veränderungen und die Aufmerksamkeit gegenüber der Vergangenheit wie der historischen Gründerzeit und deren Erfindungen bilden einen Rahmen. Welche Bezüge zu früheren Zeiten haben weiterhin Bestand, werden als Versatzstücke immer weiter tradiert, oder auch zu Inspirationsquellen für ganz neue innovative Ideen für eine bessere und humanere Welt?
    Die Auswahl der „Klassiker“ im Jahr 2000, der Jahrtausendwende, bezog sich auf alltägliche Produkte die mir seit meiner Kindheit vertraut waren und mir deshalb für den schweizerischen Alltag als prägend, oder für das Thema besonders markant erschienen. Nebst dem subjektiven Ansatz, war sie auch symbolhaft gemeint für eine Aufmerksamkeit gegenüber komplexen Zusammenhängen, historischen Entwicklungen und stetigen Veränderungen. Es sind Alltagsprodukte, welche in einem Wechselspiel und über lange Zeit selber zu „Symbolen“ geworden sind, vielleicht sogar Nationalsymbole.
    Bei der erwähnten Übertragung in eine Kunstgattung ist die entstandene Vielfalt augenfällig. Ich denke, weil diese eine besonders herausragende Rolle spielt in den schweizerischen Diskursen. Viel diskutiert, ist sie auch heute von grosser Bedeutung und eine Chance für neue Ideen und aktuelle Fragen, auch bezüglich Offenheit und Gender – und es ist klar, dass alle etwas dazu beitragen müssen. (Texte zu Werken, 26.07.2017; veröffentlicht am 24.06.2018 OVRA Archives)

    Klassiker – „Pop Schweiz – klassische Schweizerprodukte“
    Die Sichtbarmachung durch die Verschiebung in ein anderes Medium (jenes der Malerei) einer Herstellung von „künstlicher kultureller politisch gefärbter Identität“ durch performative Repetition von alltäglichen Konsumprodukten und deren Erscheinung, welche auch als Synonyme für Produktivität eines Landes (Nation) gesehen werden, und zwar im Sinne eines Glaubens an historischen Fortschritt und darauf basierend der Gewissheit von Wohlstand und Gesundheit für alle – als Antrieb für Konsum von Genuss- und Lebensmitteln und Form von Identifikation. Eine Identifikation, die durch Konsum involvierend wirkt, weil der menschliche Körper als Organismus und seine Grundbedürfnisse in Kombination mit dem sozialen Subjekt und dessen Bedürfnissen nach Sicherheit im grösseren sozialen Kontext, in einer mehrdeutigen Interaktion gezielt angesprochen und teilweise auch befriedigt wird. (Texte zu Werken, 29.07.2017; veröffentlicht am 25.06.2018 OVRA Archives)