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  • Malerei
  • Gouache_Acryl auf Leinwand
  • 2006
  • ZÜRCHER BILDER

    Die Serie der „Zürcher Bilder“ von Myrtha Steiner lebt von pulsierenden, leuchtenden und üppigen Farbräumen. Sie sind aus vielfachen, übereinander gelegten Schichten aufgebaut und führen in kaum ergründbare Tiefen. Die Farben von hellgrün über bordeauxrot zu zartblau sind lasierend und mit leichten Pinselstrichen aufgetragen. Unter den Farbschichten schwelen dunkeltonige Brandherde, die auch vegetabile Formen sein könnten. Bald scheint ein Bild von Mohnfeldern zu erzählen, die sich im Winde wiegen, oder von der formauflösenden Kraft des Sonnenlichts, bald ein anderes sich in luftige Auen aufzulösen.

    Seit langem ist die Natur die Inspirationsquelle von Myrtha Steiner, deren Erscheinungen, Schönheit und Üppigkeit sie nicht einfach wiedergibt, sondern das Verborgene der Natur, ihre Kräfte, ihre Energie und ihre Rhythmen auszuloten sucht. Im Erfassen von sich widerstreitenden Kräften, von Harmonie und Ordnung erfährt die Formenvielfalt der Natur ein Abstraktionsprozess. Der Blick schweift über diese abstrakten Bildräume, ohne sich irgendwo verorten zu können, denn kaum hat man kreisförmige Konfigurationen ausmachen können, die durch energische Striche geformt sind, zerfliessen sie schon wieder. Darin zeigt sich das subtile Sensorium der Künstlerin für Stimmungen, Zwischenräume und -töne.

    Dominique von Burg, Kunsthistorikerin
    2007