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kaugummis
Detail
  • objekt
  • Papier, Aquarellfarbe, Alufolie, Pappe, Klebstoff
  • 2006
  • Kaugummis in einer Ausstellung in Berlin, 2006.

    Arbeitsprozess

    Wie kann man nur ein Kaugummipapier zerknüllen? Die Orbit und Wrigley-Verpackungen sind vielleicht altmodisch gestaltet, aufwendig in der Herstellung sind
    sie allemal: Jedes einzelne Stück wird zuerst in Alufolie gepackt, dann werden sie mit Papier – das je nach Sorte mit verschiedenen Farbkombinationen bedruckt ist
    – umhüllt. Gerade die Mühe bei der Herstellung der ursprünglichen Produktion hat mich beim Nachbau gereizt: Heute werden die meisten Kaugummis in eine Tüte oder in eine Schachtel geworfen, seelenlos eingeschweißt und in den Handel gebracht.

    In mehreren Arbeitsgängen musste ich jeden einzelnen Kaugummi (aus Pappe) herstellen, dabei wurde jede einzelne Alufolie mit Zacken versehen, alle Banderolen mit Aquarellfarbe bemalt. Zwei der gebauten Verpackungen habe ich – um authentisch zu bleiben – aufgerissen und die Kaugummis etwas hinausgezogen. Beim Abschreiben der Texte musste ich auch Zeilen wie die folgenden kopieren: «Übermäßiger Verzehr kann abführend wirken».

    Irgendwie wurden dann da doch erste Zweifel genährt, ob das endlose Kauen wirklich so gesund ist, wie ich bislang dachte. Immerhin werden auf den Verpackungen auch folgende Inhaltsstoffe genannt: Sorbit E 420, Mannit E421, Feuchthaltemittel E 422, Aromen, Säurungsmittel E330, Aspartam, Acesulfam K, Antioxidationsmittel E320. Daneben stehen im Kleingedruckten Sätze wie «Enthält eine Phenylalaninquelle», Worte bei denen das Abschreiben allergrößte Konzentration erfordert.

    Alle meine Kaugummiverpackungen sind zehnfach vergrößert, gefüllt mit 10 Streifen wenn es ein Wrigley´s ist und mit 7 beim Nachbau des Orbit.