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Abstract Corporeal Thought nr. 54
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  • painting installation
  • 70.00 x 50.00 cm
  • Oil, laquer and bitumen on mirror in elevator
  • 2013
  • OK | EXTRA KINO, ART GOES CINEMA, 28.2-28.4.2013
    In einer großen Kinoraum-Installation von Tobias Putrih im OK Saal wird ein ausgewähltes Kunst-Film-Programm gezeigt. Mit Johan Grimonprez, Corinna Schnitt, Wilhelm Sasnal, Ming Wong, Omer Fast und Thomas Draschan
  • a NOMAD Projects intervention at OK - offenes Kulturhaus OÖ, Linz, Austria
    Open: Mon-Fri, 4 - 9 p.m. Sat/Sun, 11 am - 9 pm


    Das OK Labor zeigt in Zusammenarbeit mit NOMAD im Rahmen von „Extra Kino“ ortsspezifische Malereien der Künstlerin Renée Magaña. Diese beiden Arbeiten ermöglichen in zwei Liften des OÖ Kulturquartiers auf unterschiedliche Weise körperliche Erfahrungen von Räumlichkeit, Nähe und Ferne.

    Zur Einführung zu Renée Magaña:

    Wichtiger Schaffensimpuls für die Künstlerin Renée Magaña (*1970) ist die Faszination am und die Begegnung mit dem Körper. Die gebürtige Kalifornierin arbeitet mit einem männlichen Modell zusammen, dessen fotografische und digital veränderte Abbilder sie verwendet, um malerische Bildlösungen zu finden, die nicht Körperdarstellung sind, aber vielmehr Körperlichkeit in der Malerei erfahrbar machen. Seit sie sich mit Beginn der Serie „Abstract Corporeal Thoughts“ (2011-) von einer figurativen Bildsprache entfernte, charakterisieren sich ihre Bilder – oft auf standardisierten kleinformatigen Malplatten – durch eine reduzierte Farbpallette sowie einen gestischen, fast wilden Pinselduktus. Vor meist schwarzem Bildhintergrund tänzeln vereinzelte, feingliedrige Pinselstriche, die als Skelettstücke ausgemacht werden können, aber sich motivisch nicht vollends erschließen. Bestimmte Körperhaltungen oder flüchtige Berührungen und Momente von dynamischer Bewegung werden nur angedeutet, aber dadurch umso eindringlicher. Das Skelett, nicht mehr bloß Zeichen des Morbiden, erscheint dabei als poetische Figur, welche Körperempfindungen in der Malerei verlebendigt.
    Ein räumliches Wandgemälde hat Magaña erstmals im Frühjahr 2012 erstellt. Nicht mehr auf eine zweidimensionale Oberfläche beschränkt, wurde so das Bildthema körperlicher Empfindungen direkt auf die Betrachtenden übertragen.

    Renée Magañas Arbeiten im Offenen Kulturhaus Oberösterreich:

    (...) Bei „Abstract Corporeal Thought (ACT) No. 54“ wird man auf andere Weise Teil des Werkes. Das Spiegelporträt im kleinen Lift des westlichen Flügels im Ursulinenhof ist die zweite Arbeit von Renée Magaña. Uns begegnet ein gesichtsloses Wesen mit fragmentarisch zusammengesetztem, tektonisch wirkendem Oberkörper. Die Leerstelle im Gesicht, eine Spiegelfläche, lässt unsere Mimik oder je nach Blickwinkel die des/der StehnachbarIn zur bildlichen Ergänzung werden, ist aber gleichzeitig auch als Maske zu verstehen. Der Entzug der Identität, die Spiegelung des eigenen sowie ein verborgener Blick, der als stummes Starren in die Vorstellung der Betrachtenden eindringt, machen das Wesen, das sich schützend und abwehrend an die eigene Schulter fasst, umso präsenter. Die potentiell beklemmende Situation des im Liftseins, welche bei „ACT No. 55“ Ausgangspunkt für eine räumliche Erfahrungsmalerei ist, wird bei „ACT No. 54“ somit zugespitzt durch eine ständige Begleitung. Es entsteht ein Spiel mit physischen Zwischenbereichen, zwischen dem sich und dem Anderen Nahsein. Bezeichnenderweise beginnt schwarze Farbe das Bild zu überdecken und zieht das Wesen in eine eigene Bildrealität.

    Gabriel Flückiger, Kunsthistoriker, Bern