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‚monotypiebasiert farbig’; Zeitraum 2008-2010; Gemälde 2008 Nr 10 (©2010, ProLitteris, Zürich)
  • Judith Rutishauser

  • ‚monotypiebasiert farbig’; Zeitraum 2008-2010; Gemälde 2008 Nr 10 (©2010, ProLitteris, Zürich), 2008
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  • Malerei
  • 174.00 x 120.00 cm
  • Acryl auf Baumwolle
  • 2008
  • Werkgruppe (‚monotypiebasiert farbig’, Zeitraum 2008-2010)
    Malerei (Öl, Acryl auf Baumwolle)
    15 Gemälde
    Themen: Weiterentwicklung der Werkgruppe ‚disperse Farbflächen’ (Zeitraum 1998-2006) sowie der Schriftbilder’ mit Monotypien als Ausgangslagen für bewegte dynamische Formen.

    Text zu Gemälden von 2008 bis 2013: ‚diverse Recherchen’, Zeitraum 2010-2011; ‚diverse Ausgangslagen’, Zeitraum 2008; ‚monotypiebasiert farbig’, Zeitraum 2008-2010; ‚monotypiebasiert schwarz-weiss, Zeitraum 2008-2010
    Eine Inspiration war meine Begegnung mit Gemälden von Aboriginals (Australien) in Berlin während meines Atelieraufenthaltes im Frühjahr 2007 (lat. ab origine, von Beginn an).
    Die Verletzlichkeit dieser Lebensgemeinschaften und ihrer Kulturen hat mich mit tiefer Trauer erfüllt. Diese Gemälde bringen auch einen Prozess der Zerstörung und Formen der Kommerzialisierung durch die aktuell dominierende Kultur zum Ausdruck.
    Ich hatte den Wunsch, Gemälde zu realisieren, die ein Spannungsfeld zwischen „Physis und Spiritualität, oder Geistigkeit“ thematisieren.
    Ein Thema, das mich bereits früher um 1986/87 und im Zusammenhang mit Fragment und fragmentiertem gewaltfreiem Abbilden und Interpretieren von Wirklichkeit beschäftigt hatte – die Werke aus dieser Zeit wurden bis auf eine Ausnahme 1987 Flechten zerstört.
    Ist das Unsichtbare Teil des Sichtbaren? Kann das Unbekannte mitgezeigt werden? Welche Kräfte, deren Gestalt, oder Form uns vielleicht sogar unbekannt sind, schaffen das Sichtbare? Bildet das Wahrnehmbare eine auf Körper bezogene Vorstellung von ‘Raum und Zeit’ und Messbarkeit? Ist es möglich aussersinnliche Sphären gleichwertig und gleichzeitig sowie lesbar zu zeigen? Wie lässt sich Darstellung als Form und Akt von Macht- und Gewaltausübung aufbrechen, oder öffnen?
    Durch die unbemalten Stellen bleibt Leinwandfläche frei. Zeigen sich hier diese Fragen nach Unfassbarem, oder nach gestaltenden jedoch direkt unsichtbaren Energien, oder auch Vorstellungen von Leben, Wissen vom Anderen und Unbekannten; Frage nach Licht und Raum – Schlaf und Traum, Material, Sinne und Phantasie: die Fiktion?
    Die Vorstellung von Unendlichkeit und die Sehnsucht nach Lösung zu verstehen, Horizont und Begrenzung, Schlaf, die Hälfte eines Lebens.
    Bildet das Erleben von den Sinnen Zugänglichem, auch dem Jenseits-Sinnlichen, im Umgang mit Material und anhand der Sinnes-Erfahrungen und der Phantasie, Fiktion (lat. fictio, Gestaltung, Personifikation, Erdichtung), durch Jenseits-Zeit, einer Vorstellung ‚schöpfender Gegenwart’ als ungeteilte, sich durch Fiktion, unablässig erweiternde Substanz?
    (Texte zu Werken, 30.07.2008 / 2010 / 08.07.2018; veröffentlicht am 08.07.2018 OVRA Archives)