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1987 Flechten, (©2014, ProLitteris, Zürich; Archiv der Künstlerin)
  • Judith Rutishauser

  • 1987 Flechten, (©2014, ProLitteris, Zürich; Archiv der Künstlerin), 1987
Detail
  • Malerei
  • 5.00 x 72.00 x 55.00 cm
  • Öl, Dispersion auf Holz, sechsteilig
  • 1987
  • 1987 Flechten
    Arbeit (besteht aus 6 Teilen, Holzkästen)
    Öl, Dispersion auf Holz
    Erste Arbeit zum Thema Flechten: Pionierpflanze als Inspirationsquelle zur Frage nach Leben.
    Masse im Detail: vier Holzkästen à je 28,5 x 15 x 5 cm; zwei Holzkästen à je 26,2 x 15 x 5,3 cm (unten: rechts und links)

    Flechten – Symbiose
    Ich versuche das Plädoyer für eine geistig-materielle Symbiose des Lebens. Diese Symbiose ist als Ganzes eine Osmose in der Welt. Ein ausgeglichenes, ausgleichendes Leben. (1986-1989 lose Notizen und Zeichnungen; veröffentlicht am 08.07.2018 OVRA Archives)

    1986 – 1989 (2010)
    Ich zerstöre gegebene, angeeignete Wahrnehmungen und Vorstellungen, um meinem Leben eine neue Dimension zu geben. Ich zerstöre eine Form und nehme zufällige Fragmente von ihr. Ich lasse weg, um einen neuen Gesamtzusammenhang zu zeigen. Ich versuche das Unerfahrbare dem Erfahrbaren gleich zu setzten. (1986-1989 lose Notizen und Zeichnungen; veröffentlicht am 08.07.2018 OVRA Archives)

    1986 – 1989 (2010)
    Ich möchte am Beispiel der Birke eine bewusst gesuchte Wahrnehmungs- und Darstellungsmethode erklären: Ich nehme einen Ausschnitt von ‚Birke’, nämlich ihre Rinde, augenfällig und bekannt. Über diesen Ausschnitt halte ich ein Raster, zum Beispiel ein Schachbrett, dessen schwarze Felder entfernt wurden. Was nun noch zu sehen ist, wird im gleichen, eventuell vergrösserten, Rastersystem neu, zum Beispiel malerisch interpretiert. Das fertige Bild der Birkenrinde ist aber nicht ein grosses Bild mit vielen weissen, quadratischen, diagonal sich berührenden Flächen. Das fertige Bild sind 8 Einzelbilder gleichen Formats, die im gleichen Raster präsentiert werden. (1986-1989 lose Notizen und Zeichnungen; veröffentlicht am 08.07.2018 OVRA Archives)

    1986 - 1989
    „Mein kleiner Hausaltar“ (Sechsteiliges Werk, abgeschlossen am 17.12.1987)
    Stein – ‚Pionierpflanze’ Flechten – transzendente Anordnung.
    Menschen werden erst im selbstständigen Denken zum ganzen Menschen.
    Nach einem Besuch unter anderem redeten wir. Auf der Heimfahrt im Auto kamen mir erste Gedanken.
    Flechten sind eine Substrat bezogene Symbiose aus Pilzen und Algen (oder Bakterien). Die Landkartenflechten als Motiv stehen für mich für die Frage nach der Bedeutung der Zusammengehörigkeit geistiger, mentaler und materieller Lebensgrundlagen. Diese drei ‚Dinge’ des Lebens sollten lebendig miteinander verbunden sein. Materielle Lebensgrundlagen sind verbunden mit Lebensqualität geistiger Art, Lebenssinn, Ethik (Sittlichkeit), Bekenntnis, Spiritualität und Transzendenz.
    Die Landkartenflechten sind ‚Pionierpflanzen’ in unwirtlichen Gegenden und schaffen Grundlagen für weiteres und komplexeres Leben.
    Könnte einigen wenigen Menschen die Vereinigung dieser drei ‚Dinge’ gelingen? Und welche Bedeutung hätte dieser Erfolg für andere? Eine ‚üppigere Lebensentwicklung’ (heute vielleicht deren Erhaltung) ist aber letztlich nur möglich, wenn sich die Situation jedes einzelnen Menschen und dessen Gesellschaften in dieser Weise verbessern.
    Kunst sollte Kenntnisse und Einsichten ermöglichen und das Bewusstsein verändern.
    Das erste Leben, das sich unserer Trümmer bemächtigen wird, könnten solche Organismen sein.
    Die Geduld, die ich auf mich nehme, ist Ausdruck der Hoffnung auf Sinn selbst im Zerstörenden und Zerstörten.
    Das Flechtenmotiv ist ein bildlicher Ausdruck, eine Übertragung und Vergrösserung in menschliche Zusammenhänge der komplexen Frage nach dem Leben und seinen Ursprüngen. Es repräsentiert auch eine Forderung nach Sinngebung, durch das Erschaffen neuer sittlich kultureller Werte. (1986-1989 lose Notizen und Zeichnungen / 2014, 2018; veröffentlicht am 17.07.2018 und 05.08.2018 OVRA Archives)

    1987 - 1990
    Die Flechte, als pionierhaftes organisches Leben, wird zum Synonym einer zyklisch wiederkehrenden Lebensenergie, die dem Tod, der Zerstörung und allem Statischen entgegen wirkt.
    Sie wird zum Symbol für den Zusammenhang dreier Ebenen: der materiellen Lebensgrundlage, dem mentalen und geistigen Leben sowie dem transzendenten Leben.
    Die Vereinigung der drei Dinge ist in der Kunst möglich. Doch bleibt diese elitär, so lange nicht auch die Situation jedes Einzelnen verändert ist.
    (Texte zu Werken 1987-1990, zusammengestellt um 1993-1994; veröffentlicht am 05.08.2018 OVRA Archives)

    1987 – 1990
    Kunst als Vorgang der Vereinigung einer inneren Vorstellung – durch die Darstellung eines Objektes – mit dem Objekt, soll durch Fragmentierung durchbrochen werden.
    Das Sehen wird durch Rastersysteme unterbrochen. Die Fragmente werden neu interpretiert. Ein Schachbrett zum Beispiel: Dessen schwarze Felder werden als Löcher verstanden. Unabhängige und zugleich abhängige Bildteile entstehen. Die Löcher, das Nicht-Dargestellte, gehören zur Darstellung dazu. Ich versuche, unsere Wahrnehmung von Welt durch bewusste Zufälligkeit, aus ihrer Begrenztheit / Bestimmtheit zu lösen. (Texte zu Werken 1987-1990, zusammengestellt um 1993-1994; veröffentlicht am 05.08.2018 OVRA Archives)