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Mischabel-Glocke
Detail
  • Plastik
  • 21.50 x 21.50 x 21.50 cm
  • Bronze spiegelverchromt, Lederband
  • 2008
  • Landschaft in der Landschaft
    Zur mobilen Plastik „Der Klang der Berge“ von Josef Loretan

    Josef Loretans Glocke ist im genauen Wortsinn ein Klang der Berge, ein klingender Berg. Der Künstler zeichnete seiner Glocke das genaue Profil der Mischabel-Gruppe ein, einer legendären Walliser Berggruppe, die zwischen dem Saastal und dem Mattertal aufragt und auch von der Furka aus zu sehen ist, dem Endpunkt des Goms. Mit dieser Gruppe, deren höchster Gipfel, der Dom, 4545 m. ü. M. erreicht, ist ein Walliser Mythos verbunden. Es gibt einige, die den Namen des Massivs aus dem Arabischen ableiten, vom Wort Mudjabal, das „Gebirgskette“ bedeutet. Damit würde, auch wenn das umstritten ist, auf die Tatsache verwiesen, dass ums Jahr 900 Sarazenen bis ins Wallis vorgedrungen sind – ein Umstand, der, wohl etwas klischeehaft, auch zur Erklärung der Eigenständigkeit und Besonderheit der Walliser beigezogen wird.
    Loretans Mischabel-Glocke ist eine richtige Glocke, trotz ihrer speziellen, im weitesten Sinn ortsbezogenen Form, trotz ihres künstlichen Glanzes, der von der Verchromung herrührt und die Glocke letztlich als Plastik auszeichnet. Und diese richtige Glocke wird auch von einer richtigen Kuh getragen. „Der Klang der Berge“, also der Klang der Mischabel-Gruppe, gelangt so vom Tal auch auf die Alp, mitten in die Berge. „Der Klang der Berge“ erklingt in den Bergen. Er ist ihr Echo.
    Oder anders: Die Mischabel-Glocke ist eine Landschaft in der Landschaft. Und eine besondere Form einer mobilen Plastik, sozusagen ein Kuhmobil.

    Konrad Tobler, 2008