DE | EN

Resultate:  1

Der Klang des Simplons
Detail
Mehr
  • Performance, Video
  • 9.00 x 9.00 x 9.00 cm
  • Bronzeplastik, spiegelverchromt
  • 2014
  • Projektbeschrieb: Der Klang des Simplons

    Eselsglocke
    Die Glockenform basiert auf einem Stahlstich vom Simplon (1832). Entlang der darauf abgebildeten Bergkette wurde eine Linie gezogen. Diese gab den äusseren Umriss der Glocke vor, die anschliessend mit einer Schablone in Gips gedreht wurde. Die Gipsplastik wurde in Bronze gegossen und spiegelverchromt.

    Performance

    Die Glocke wird von einem Esel getragen, der durch die Landschaft läuft, deren Form sie bildete. Der Künstler, der Eselzüchter und ein zweiter Esel begleiten ihn.
    Die Performance beginnt in Italien und endet auf dem Simplon. Das Wandern durch die mediterrane und alpine Landschaft hat einen raumgreifenden Charakter, der auch mit historischen und biographischen Bezügen durchsetzt ist.

    Video

    Der Film verwebt die künstlerischen Genres Plastik und Performance, mit Klang und magisch-poetischen Bildern zu einem Gesamtwerk. Das Medium Film ist für die Verbreitung der künstlerischen Inhalte wichtig. Der Film erzählt keine kontinuierliche Geschichte. Die Grenzen zwischen Dokument und Inszenierung sollen verschwimmen. Eine rationale Deutung soll vermieden werden. Die archetypischen und teilweise absurden Bilder sind die Handlung.

    Cut

    Der Schnitt gehorcht der Fortbewegungsart des Esels. Er geht Wege – da und dorthin – die sich einem als Menschen nicht sofort erschliessen.

    Das Publikum ist eingeladen, das Dargestellte weiterzuträumen und eigene Bilder hinter den Bildern zu entwerfen.⁄

    „Ein Motiv bewegt sich: Das Panorama des Simplongebietes aus einem Stich des 19. Jahrhunderts transformiert Josef Loretan in eine klingende plastische Form, eine Glocke, die nun selbst in Bewegung gerät und durch das Gebiet, dessen Form sie bildete, wandert. Vom Zweidimensionalen des Stiches über die dreidimensionale Ausformung wandert das Motiv als Performance durch die Landschaft und wird schliesslich filmisch in Bild und Ton festgehalten. Loretan untersucht damit nicht nur die verschiedenen Medien, vielmehr kann er sie assoziativ mit der Geschichte des Simplongebietes und dessen Bedeutung als Handels- und Verkehrsweg aufladen. Selten wird auf derart spielerische und trotzdem tiefgründige Art und Weise künstlerisch mit unterschiedlichen Medien gearbeitet, so dass diese in einem dichten Netz verbunden werden. Daneben versteht es Loretan die Bedeutung eines Berggebiets auf der Achse zwischen Süd und Nord als Naturgebiet wie auch als geschichtsträchtiger Ort ins Bewusstsein zu rücken.“

    Dominik Imhof, Kunsthistoriker und –vermittler am Zenrum Paul Klee in Bern